Segeltörn British Virgin Islands 2014 - The Chilling Islands

Trotz Party am Vorabend sind die ersten Köpfe schon recht früh an Deck, mit etwas tieferer Stimmlage als  sonst, aber wie wollen ja auch nicht schon wieder singen ;-). Der eigentlich für heute geplante Bade- und Schnorchelstopp in "The Bath" ist aufgrund der angekündigten Bewölkung und Regen erst einmal gestrichen. Regen heißt hier im übrigen nicht stundenlanges Dauerregnen. Vielmehr sind es kurze mal mehr oder weniger heftige Schauer, die aber auch schnell vorüber ziehen. 

Die Wetterlage bietet deshalb eher einen schönen Segeltag und so legen wir gegen viertel vor 10 ab. Zuerst einmal ein Stückchen unter Motor nach Norden raus, um die übervollen Wastetanks zu entleeren. Es ist auch hier kaum möglich einmal 2 Nächte irgendwo zu liegen, ohne dass man dabei an die Kapazitätsgrenzen stößt. Aber wenden wir uns schöneren Dingen zu.

Siebter Segeltag - Gorda Sound nach Cooper Island

Wir segeln teils im Halbwind und teils im Raumschotskurs in den Francis Drake Channel und drehen dort mit halbstündigem Rudergängerwechsel einige Runden. Der Wind nimmt im Laufe des Nachmittags auch etwas zu, so dass wir mit 7 - 8 Knoten auch einige Fahrt ins Schiff bekommen. Das Segeltraining ergänzen wir durch Quickstopp und Beileger, die durch die gesamte Crew hindurch problemlos und zügig funktionieren.

Gegen 13:30 Uhr zieht eine recht ansehnliche Regenwand von Osten auf und wir machen das Schiff und uns Regenfest (Sprayhood wieder hoch, Regenjacken raus). Zum Glück verpasste uns die Wolke dann doch knapp und außer ein paar Tropfen, kamen wir halbwegs trocken davon. Dennoch nahmen wir jetzt Kurs auf Cooper Island und machten um 14:10 Uhr an einer gerade frei gewordenen Tonne fest. Cooper Island war bis vor wenigen Jahren noch fast unbewohnt, inzwischen leben hier ein paar Leutchen mehr. Die Manchioneel Bay beherbergt ein nettes und sehr gepflegtes Ressort-Hotel, dass auch Liegeplatzgästen ein nettes Restaurant, Bar, Scuba-Dive und einen kleinen Shoppingladen bietet. Ein Teil der Crew nahm dort einen kleinen Nachmittagssnack, während der Rest etwas später den Beach, das Lädchen und die Bar ausprobierten. Der Virgin (also alkoholfreie) frozen Frucht-Daiquiri ist hier sehr zum empfehlen. 

Achter Segeltag - Cooper Island nach Jost van Dyke Great Harbour

Vor dem Auslaufen hüpfen am Morgen noch einmal alle ins Wasser. Die Schnorchelausrüstung darf nicht fehlen und so  erfreue ich mich und meine Kamera an einem Rochen, weiche abermals einem kleinen Hai aus und bekomme Geleitschutz von 5 riesigen Cooper Bay Baracudas. Man möge mir verzeihen, dass ich den Hai nicht gefilmt habe, aber mit gehörig Respekt habe ich mich schnell aus dem Staub gemacht. 

Um viertel nach 10 legen wir ab mit Ziel Sandy Cay. Diese Insel liegt südöstlich von Jost van Dyke und ist mit Sandstrand, Palmen und Mangrovenwald wie aus einem Bilderbuch kopiert. Da der Wind etwas nachgelassen hat, kommen wir im Vorwind-Kurs trotz Schmetterlingsbesegelung nur langsam voran und legen zwischenzeitlich ein paar Motorphasen mit Stützsegel ein. Wir versuchen es noch einmal unter Segel nach der Passage zwischen der Westküste und den Thatch Islands. So schaffen wir es fast nach Sandy Cay, bis der Wind abermals einschläft. Den Rest fahren wir unter Motor und können vor Ort an einer Mooring festmachen. Die nächsten 2 Stunden bestimmen Strandspaziergänge, ein Walk durch den Mangrovenwald und Schwimmen und Sonnenbaden. Auch diese Insel gehört der Rockefeller-Dynastie, ist aber unbebaut und wird auch möglichst ursprünglich erhalten. 
Da unsere Frischwasservorräte nun fast gänzlich aufgebraucht sind, legen wir uns über Nacht wieder in den Great Harbour von Jost van Dyke und kaufen nochmals den Supermarkt lehr. Auch eine kleine Shopping-Tour in Foxy´s Store darf nicht fehlen und kurz nach Sonnenuntergang sind wir wieder zurück an Bord. Es wird gekocht und das ein oder andere Glas Wein geleert, die Müdigkeit kommt aber wieder recht früh uns so liegen wir gegen 11 alle in den Kojen ... oder fast, Kati schmöckerte noch etwas länger in ihrem spannenden Buch.

2. Buchttag - Sandy Spit

Die Wettervorhersage für heute verspricht Sonne, Sonne und Sonne. So bunkern wir Morgens am Servicepier noch Frischwasser und etwas Eis um dann um viertel vor 10 in Richtung Sandy Spit auszulaufen. Die ca. 2,5 sm laufen wir unter Motor und finden vor Ort einen schönen Ankerplatz. Leider legt sich ein Wolkenband direkt vor die Sonne und bringt uns zuerst einmal etwas Nieselregen und vor allem Schatten. So frühstücken wir erst einmal gemütlich und chillen dann noch etwas an Bord. Der Wechsel aus Sonne und Wolken bleibt und so setzen die ersten gegen Mittag über auf die kleine Palmeninsel. Nadine und Holger schnorcheln hinterher und ich genieße die Ruhe an Bord. Da ich mit den Übungszeiten an der Gitarre etwas im Rückstand bin, verbringe ich den Nachmittag mit selbiger an Deck. 

Ein sehr entspannter Tag vor toller Kulisse und spektakulären Wasserfarben, die man wohl kaum in Wort fassen kann. Bei jedem Blick auf´s Wasser hat sich wieder irgendetwas geändert und es bleibt totale Faszination. I´m blown away! Jetzt hoffe ich, das Franz Spitzenkamera das gut einfängt und wir daheim mit solch atemberaubenden Aufnahmen glänzen können :-).

Um kurz vor vier lichten wir den Anker und machen uns auf in die ums Eck liegende Diamond Cay. Ohne Vorwahrnung rauscht dann aber plötzlich der komplette Anker aus und setzt uns auf 13 Meter Tiefe fest. Die Kette ist dabei auch aus der Führung am Bug gesprungen und hängt nun seitlich über der Klampe. Dank starkem Wind ist auch so viel Druck auf der Kette, dass es einige Zeit und einen Dinghy-Einsatz von Holger und Nadine braucht, bis Franz und Holger die Kette wieder zurück hievten. Wir holten die Kette abermals ein und schon nach der Hälfte rauschte alles wieder aus. Erst nachdem wir die Kettenbremse mittels Winschkurbel noch einmal richtig fest gezogen hatten, funktionierte der dritte Anlauf - alles natürlich im strömenden Regen. Zur Sicherheit haben wir den Anker nun gut vertäut und wollen auf weitere Ankermanöver verzichten. Dank mal wieder an das großartige "Hausmeister-Team", wir Mädels sind schon froh, dass wir nicht mit einer reinen Mädelscrew losgefahren sind, dazu werden hier viele Dinge einfach etwas zu locker genommen und gewartet.
Da es in der Diamond Bay keine freie Mooring mehr gab und wir nicht ankern wollten, versuchten wir unser Glück eine Bucht weiter im Little Harbour von Jost van Dyke. Es sind genug Tonnen frei und so liegen wir um kurz nach 17 Uhr fest. Die Bucht beherbergt 2 Restaurants, die uns auch sogleich einen Besuch mit ihrer Menükarte abstatteten. Bei der Einen würden wir die Liegegebühr von 30$ sparen, bei der anderen isst der Skipper ab 6 Personen umsonst. Es ist also egal, wo wir hingehen. 

Wir entschieden uns für Sydney´s Restaurant und wurden auch gleich freundlich und geschäftstüchtig empfangen. Das muss in diesem Land hier allerdings nicht viel heißen, denn schon bei der Getränkebestellung wurden wir mit ... "help yourself on the bar" begrüßt. Also machten wir unsere Getränke aus vorgefertigten Mischungen für den hier heimischen "Painkiller Cocktail" selbst und trugen das verzehrte in ein dort liegendes Buch ein. Ähnlich lief die Essensbestellung, wir mussten zwar nicht selbst kochen, doch aus der Menükarte waren nur noch die Hauptspeisen und keine Entrees verfügbar, da heute schließlich nur 1 Koch vor Ort war. Die gewünschten Speisen trugen wir dann abermals in das Buch an der Bar ein, eine Bestellaufnahme am Tisch, schien der Dame unmöglich ;-). Die sehr lange Wartezeit vertrieben wir uns in den direkt daneben liegenden 3 Geschäften mit reichlich Shirts, Kleidchen und sonstigem Nippes. Zwischenzeitlich wurden wir noch informiert, dass auch die gewünschten Beilagen nicht alle verfügbar wären und wir jetzt einfach etwas bekommen und damit leben müssen. Am Ende mussten wir schon sehr über diese entspannte Haltung lachen. Nach gefühlten 2 Stunden war das Essen da und man kann ohne Umschweife sagen, dass die Herren mit den Spareribbs den Hauptgewinn hatten. So glückliche Gesichter hab ich lang nicht gesehen. Auch die Shrimps waren lecker, einzig der Lobster war wirklich zu trocken. Insgesamt alles sehr köstlich und wenn wir direkt von Bord aus vorbestellt hätten, wäre das mit der Wartezeit vermutlich auch vermeidbar gewesen. Wir können die Bucht also wirklich empfehlen.

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