Törnbericht FLEUTH-SAILING Flottille Fethiye 2013

Fotos FLEUTH-SAILING Flottille 2013

Die alljährliche FLEUTH-SAILING Flottille ist für viele schon eine feste Größe in der Urlaubsplanung. Nachdem ich in den vergangenen Wochen bereits über das Ziel und die Vorbereitungen berichtet habe,  folgt hier nun der Törnbericht. Wie immer startet der Törn bereits am Flughafen, wenn sich alle das erste Mal begrüßen und die Vorfreude auf viel Sonne, Wind und Wasser noch einmal gemeinschaftlich ausgekostet können.


Düsseldorf – Dalaman/Fethiye

Die 2,5 Stunden Flug nach Dalaman waren dann auch schnell überstanden und nach einer einstündigen, aber kurzweiligen Taxifahrt, standen wir endlich in der ECE Marina von Fethiye. Die Schiffe waren recht früh fertig und wir konnten gegen 13 Uhr mit dem CheckIn starten. Mein Schiff, eine 45er Jeanneau Sun Odyssey mit dem schönen Namen Safina. Alles war top in Schuss und wir benötigten keinerlei Reparaturen. Großes Lob dafür an YILDIZ Yachting, hier wird alles offensichtlich gut gepflegt.

Aufgrund der frühen Übergabe überlegten wir, bereits am ersten Tag abzulegen und eine schöne Bucht zum Ankern zu suchen. Die Zeit verflog jedoch durch auspacken und Vorräte bunkern so schnell, dass wir kurzer Hand entschieden, zugunsten eines entspannten ersten Tages liegen zu bleiben und erst am nächsten Morgen auszulaufen.

 

So bot sich für viele ein Spaziergang durch die gemütliche Gassen von Fethiye an und da meiner Crew zudem noch nicht der Sinn nach kochen stand, sind wir auch gleich in ein sehr nettes Lokal eingekehrt. Kleiner Tipp, nicht gleich in das erst beste Restaurant gehen. Besser ist es mehrere Runden durch die Gassen zu machen, denn die Rabatte werden immer höher. Letztlich haben uns 15% Rabatt und 2 Flaschen Wein überzeugt. Denn nicht das Essen, sondern vor allem die Getränke sind in der Türkei sehr teuer. Zusätzlich war der Kellner ein wahrer Entertainer und so haben wir bis in die Nacht gelacht und getanzt :-).

Fotos FLEUTH-SAILING Flottille 2013

Fethiye – Tersane Adasi – Sarsala (26,8 sm)
Am nächsten Morgen legten alle Boote zuerst in Richtung Tersane Adasi, eine nette Anker- bzw. Mooring-Bucht ab. Gute Gelegenheit für ein erstes Bad in der türkischen Ägäis. Auch der Wind spielt mit, 3-4 Windstärken sind perfekt und so waren wir nach ein paar Übungsschlägen schnell vor Ort. Wenn auch in einigem Abstand zueinander, fanden wir für alle 4 Schiffe freie Moorings und so genossen wir erst einmal die Sonne. Einzige Ablenkung vom Bade- und Sonnenspaß war der Versuch von Fleuth 4 mit einem der anderen Schiffe per Funk in Kontakt zu treten, hier hakte die Technik, im übrigen auch für den Rest des Törns. Wie gut, dass es Handy´s gibt.

 

Am späteren Nachmittag nahmen wir dann Kurs auf das geplante Übernachtungsziel Kapi Koyu. Nach kurzem Versuch unter Segeln mussten wir allerdings doch unter Motor weiter, da der Wind inzwischen auf 1-2 Bft abgeflaut war. Die geplante Zielbucht erschien uns dann doch nicht so gut für 4 Schiffe geeignet und kurzerhand fand die Flottillenführung mit der Sarsala Bucht eine prima Alternative. Dort angekommen bot uns auch gleich der Besitzer eines Restaurants in der Bucht ein Plätzchen an seinem Steg und da einige ohnehin Essen gehen wollten, nahmen wir das Angebot an.

Die kleine Bucht war wirklich sehr schön und ein idealer Ort für ein kurzes Bad im ca. 30 Meter tiefen Wasser. Aufgrund einer kleinen Unachtsamkeit, liegt auch heute noch meine Action Pro Cam wasserdicht verpackt auf dem Grund und das ist auch der Grund, warum das mit den vielen geplanten Filmaufnahmen nichts geworden ist. Falls jemand also so tief tauchen kann, vergebe ich gerne einen Finderlohn ;-). Aber zurück zur Bucht: während Fleuth 1 und 3 in dem Restaurant speisten, haben wir lecker an Bord gekocht und sind erst später auf 1, 2 Drinks dazu gestoßen. Insgesamt waren die Getränke zwar recht teuer, aber dafür gibt´s ja auch keine Liegegebühr.

 

Letztlich packte Skipper Stefan dann auch seine Gitarre aus und wir haben mit vermutlich recht schrägem Gesang die anderen Gäste “verzückt“ ;-). Es war wie immer sehr lustig und deshalb hoffe ich, dass sich im nächsten Jahr auch meine Gitarrenstunden bezahlt machen und wir zu zweit in Seiten hauen können.

 

Sarsala – Gemiler Adasi (19sm)
Der nächste Morgen (und auch der Wetterbericht) versprach nicht viel Wind und so ließen wir den Tag gemütlich angehen. Um 11.15 Uhr sind dann aber doch die Leinen los und wir schippern zuerst unter Motor zur schmalen Durchfahrt zwischen den Inseln Domuz Adasi und Yarimadasi. Danach frischt der Wind leicht bis auf 2 Bft auf und wir setzen gegen Mittag Groß und Genua. In gemütlicher Fahrt segeln wir südöstlich in Richtung Gemiler Adasi, einer kleinen vorgelagerten Insel etwas westlich des bekannten Strandes Öludeniz. Zwischen dem Festland und der Insel tummeln sich zwar auch einige Gulets, trotzdem war auch für unsere 4er Flottille noch ausreichend Platz. Wir haben an der Festlandseite festgemacht und diesmal auch das freundliche Angebot eines Einheimischen angenommen, uns die Landleine vorzubereiten und anzureichen. Für 10 Euro und auch noch ein paar für den nächsten Morgen bestellten frischen Brote, lagen wir dann im Nu vor Anker.

 

Den Nachmittag verbrachten wir mit Schwimmen, Dinghyfahrten und Sonnenbaden. Gegen 18 verschwanden auch die letzte Gulets aus der Bucht und wir hatten einen ruhigen und schönen Abend.

Gemiler Adasi – Kalkan (30sm)
Der Wind blieb auch am nächsten Morgen aus und so starteten wir unsere Etappe nach Kalkan zunächst wieder unter Motor und später mit Stützsegel. So ein wenig eingelullt überraschte uns dann der Wind. Kaum das wir das wir das erste Kap in Richtung Kalkan umrundet hatten, bliesen von einer Sekunde auf die andere 6 Bft ins Segel und wir refften sofort Groß und Genua. Leider kam der Wind ungewöhnlicher Weise für diese Gegend genau aus Ost und somit direkt Gegen. Die Kreuzschläge zogen sich. Nicht umsonst nennt man diesen Abschnitt: die Küste der 7 Kaps. Stellenweise hatten wir das Gefühl, wir kreuzen immer vor dem gleichen Kap. Ein Blick auf´s GPS ist in solchen Momenten Gold wert. Selbiges fiel dann aber wenig später auch aus, also jedenfalls das am Funkgerät. Wenigstens der Plotter zeigte noch alles und zur Not gibt´s ja auch noch ein Handy.

 

Dank an Jenny für dieses tolle Video!

Die Zeit verflog wie immer und gegen gegen 4 Uhr hatten wir immer noch knapp 12 sm vor uns. Deshalb bargen wir Segel und fuhren unter Motor und Stützsegel weiter, um nicht allzu spät in Kalkan einzutreffen. 2,5 h gegen Wind und Welle, am Ende waren wir froh, als die Leinen im Hafen von Kalkan fest waren. Norbert hat uns bravourös in eine schmale Lücke zwischen zwei Gulets jongliert und kurze Zeit später war es Zeit für den Landgang. Noch ein paar Einkäufe für das Abendessen und die sehr dezimierten Rotweinvorräte. Später am Abend teilte sich die Crew. Einige zogen noch etwas durch die Bars von Kalkan und der Rest ließ sich den Rotwein an Bord schmecken.

 

Wie die Abende zuvor auch, bettete ich mich zur Nacht im Cockpit. Die lauen Nachttemperaturen und bequemen Cockpitpolster machten es einem leicht, die enge Bugkabine gegen den Schlafsack zu tauschen.

 

Kalkan – Kalevezi Koyu (32sm)
Um 11 Uhr am nächsten Morgen war es Zeit für den Heimweg und vergebens hatten wir für diese Richtung auf Rückenwind gehofft. Wir liebäugelten eigentlich mit einem Ankerstopp vor dem bekannten Öludeniz Strand am Nachmittag. Kaum hatten wir aber aus dem windstillen Kalkan abgelegt, bot uns der Wind erneut die Stirn und zwar wieder gegen an. Grrrr.


Der Wind hatte in der Nacht um 180 Grad gedreht und so arbeiteten wir uns auf gleiche Weise wie am Vortag Kreuz für Kreuz entlang der 7 Kaps. Der ursprüngliche Plan vom Badestopp am Nachmittag hatte sich damit allerdings erübrigt. Bis ca. 16:30 Uhr kreuzten wir fleißig weiter, mussten dann aber unter Motor weiter und etwas Zeit heraus fahren. Um 17:30 Uhr hatten wir das letzte Kap passiert und konnten nun mit Halbwindkurs unter Genua gemütlich in Richtung Strand segeln. Wir gönnten uns dann immerhin noch eine Schleichfahrt am Strand entlang und ankerten dann um kurz nach 7 eine Bucht weiter (Kalevezi Koyu).

 

Vom Strand dieser Bucht führt ein Weg in eine interessante Ruinenstadt, aber das heben wir uns für den nächsten Morgen auf. Erst einmal wurde lecker gekocht und der Abend bei tollem Mondschein genossen. Wie immer war die Stimmung innerhalb der Crew ein Traum. Fast alle waren wir auch vorher schon einmal zusammen gesegelt und so haben sich bereits erste Spitznamen etabliert. Franz, der „Hausmeister“ ist ein wahrer Tausendsassa wenn es irgendwo ein Problem zu lösen gibt und könnte durchaus auch als Komiker sein Brot verdienen. Er ist einfach soooo witzig :-). Aber auch Monti Python war immer dann am besten, wenn seine zauberhafte Assistentin mitspielte und so ist „Schmittsibyll“ (Nadine) die perfekte Ergänzung für ein extrem schlagfertiges Duo :-).

 

Fotos FLEUTH-SAILING Flottille 2013

Kalevezi Koyu – Göcek (17,7 sm)
Am nächsten Morgen traf sich ein Teil der Flottille zum Ausflug in die Ruinenstadt Kayakoy. Hier hatten sich bis 1923 griechisch sprechende Christen angesiedelt. Nach der Unterzeichnung einer Vereinbarung zum Bevölkerungsaustauschs zwischen der Türkei und Griechenland wurde die Stadt dann verlassen. Viele der fortan leer stehenden Häuser wurden beim Fethiye Erdbeben 1957 zerstört und dennoch kann man noch heute den Charme und die vergangene Betriebsamkeit nacherleben. Inmitten der Ruinen hat sich außerdem eine nette Cafe/Tee-Stube eingerichtet, die zum chillen einlädt. So entspannt, war dann der ca. 1stündige Rückweg ein Kinderspiel :-).

 

Alle die auf dem Boot geblieben sind, haben den Morgen mit Schlaf, Sonnenbaden oder Frühstück genossen und so konnten wir um 12:15 Uhr guter Dinge wieder in See stechen. Ich muss dazu noch erwähnen, dass unser heutiges Reiseziel nicht unbedingt ein bestimmter Ort, sondern eigentlich das Championsleague-Finale ist. Eine Mehrheit der Crew brauchte also nichts anderes als einen großen Fernseher zum glücklich sein. Da bot sich Göcek, mit einer großen Auswahl an Restaurants und Bars perfekt an und lag auch praktisch auf dem Weg.

 

Nach 1 Stunde unter Motor setzten wir um 13:15 Uhr Segel und nutzten die perfekten Bedingungen (3-4 Bft) für einige Übungsschläge und Manöverkreise der gesamten Crew. Um 17 Uhr erreichten wir dann Göcek und legten, mit einem kurzen Umweg über die Exklusiv-Marina, im Stadthafen direkt an der Kai-Mauer an. Bei einem Wendemanöver wurden wir zuvor vom Wind etwas vertrieben und hatten kurz in eine Ankerkette eingefädelt. Zum Glück war der Skipper sehr schnell und löste seine Ankerkette etwas und wir konnten uns wieder frei fahren. Schönen Dank noch einmal unbekannter Weise.

 

Die Abendgestaltung muss ich dann auch nicht weiter ausführen. Wir fanden ein nettes Restaurant mit 2 großen Bildschirmen und der FC Bayern wurde Championsleague Sieger.

Fotos FLEUTH-SAILING Flottille 2013

Göcek – Kizilada - Fethiye (16,7sm)
Der nächste Morgen hatte schon irgendwie einen Hauch von Abschied. Da es zurück nach Fethiye nur wenige Seemeilen waren, ließen wir den Morgen ruhig angehen. Ich nutzte noch die Gelegenheit den hier vorhandenen Tankservice in Anspruch zu nehmen, denn viel Motoren wollten wir heut bei 3-5 Bft eigentlich nicht und so hätten wir in Fethiye die Tankstelle gespart … diese Rechnung ging nicht auf, später dazu mehr.

 

Um 11:20 Uhr legten wir dann ab, denn es wurde uns schlicht und einfach zu heiß, wir brauchten eine frische Brise. Und kaum hatten wir die Durchfahrt zwischen dem Festland bei Göcek und der zugehörigen Insel passiert, umwehten uns gleich 4-5 Windstärken. Der Plan, Nachmittags noch in einer Bucht zu ankern und zu schwimmen war aufgrund der ungünstigen Windrichtung nicht so leicht umzusetzen.

 

Wir hatten dennoch mit allen Schiffen verbredet, es an der Ostseite der Insel Kizilada zu versuchen. Bis dahin segelten und trainierten wir noch ein paar Manöver und wechselten die Rudergänger fleißig durch. Um 14:30 Uhr saß dann der Anker nach dem zweiten Versuch vor Kizilada. Auch die Mütze vom "Hausmeister" hatten wir kurz zuvor noch per "Mütze über Bord Manöver" aus dem Wasser gerettet. Leider hatten auch zahlreiche Gulets diese einzige halbwegs windgeschütze Bucht als Ziel, so dass das permanente Kommen und Gehen unsere Nerven ordentlich auf Trab hielt. Die Ankerleinen der Gulets lagen nicht selten über den unseren. Und durch das windbedingte schwojen, lagen unsere Schiffe bei ihrem Ablegemanöver gerne einmal im Weg. Dann hieß es schnell Motor an und ausweichen :-). Aber irgendwie auch spektakulär wie die Jungs diese Holzkisten manövrierten.

Kurz bevor wir dann in Richtung Heimathafen aufbrachen, wollte ich unbedingt meine neue Rettungsweste testen. Ich hatte mir gerade das im Yacht-Test 2012 siegreiche Modell "ISO Premium" von Marinepool zugelegt. Jetzt wollte ich einmal selbst testen, wie sie funktioniert und ob sich die Testergebnisse bestätigen. Lest hierzu in Kürze meinen Testbericht.

Zum Abschluss segelten wir dann im schönen Raumschotskurs in Richtung Fethiye. Trotzdem wir bereits in Göcek getankt hatten, waren wir angehalten, die Fäkalien-Tanks am letzten Tag an der Station leeren zu lassen und mussten dann auch noch den eigentlich vollen Tank bis zum Rand hin auffüllen. Da immer noch 5-6 Bft wehten, war das Warten im engen Hafen nicht gerade ein Kinderspiel , aber gegen 19 Uhr lagen dann alle Schiffe im Hafen.

Am nächsten Tag war unser Rückflug erst für den späten Nachmittag geplant und so organisierte Petra noch eine „Neigungsgruppe“ Öludeniz-Strand. Per Taxi ging es für einen Teil der Gruppe an diesen schönen Strand, der Rest (einschließlich mir), machte es sich noch bis 11 Uhr an Deck oder im Café bequem. Für 14 Uhr waren dann alle wieder zum traditionellen Abschlußessen verabredet. Auf dem zentralen Markt in Fethiye hat man die Möglichkeit, sich an den Ständen Fisch oder Fleisch auszusuchen und in einem der umliegenden Restaurants zubereiten zu lassen. Ein wunderbares Highlight :-).

 

Ein Bus brachte uns letztlich zurück nach Dalaman und gegen 22.30 Uhr landeten wir in Düsseldorf. Der Abschied fiel wie immer schwer und ich freue mich bereits auf die FLEUTH SAILING-Flottille im nächsten Jahr.

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Nane und Dirk (Mittwoch, 24 Juli 2013 20:53)

    ...schön geschrieben, schönes Revier! Wir freuen uns auch schon tierisch auf unsere 3Wochen Segelurlaub im August! Ab Marmaris...

  • #2

    raumschots (Mittwoch, 24 Juli 2013 21:17)

    Wow, 3 Wochen klingen mehr als verlockend. Das nächste Mal möchte ich auch ab Marmaris starten. Vielleicht könnt ihr mir ja nachher ein paar Tipps geben ... wo es am schönsten war :-). Viel Spaß jedenfalls für euch.