Mythos Yacht Charter – Luxusreise, Sportevent oder Campingtour?

Yacht Charter Mythos

Mit den ersten Sonnenstrahlen wächst bei mir jedes Jahr wieder die Vorfreude auf den nächsten Törn (es geht in 4 Wochen in den türkischen Golf von Fethiye). Und da ich von Natur aus sehr redselig bin, teile ich diese Vorfreude auch immer gern mit allen möglichen Menschen, die mir so begegnen. In dieser Woche hab ich dabei sehr unterschiedliche Reaktionen auf das Thema Yacht Charter erlebt und möchte euch hier gern Teil haben lassen.

 

So denken vornehmlich Frauen oft verträumt an laue Sommerstunden auf einem sonnigen Vordeck mit wohl geblähten weißen Segeln. Die Herren träumen von riesigen Wellen, rauem Ton, Tütensuppe und hartem körperlichem Einsatz an Winschkurbeln, Schoten und Fallen. O.k., vielleicht ist das wirklich ein wenig zu schwarz, weiß gemalt, aber so oder so ähnlich hören sich die Erwartungen an. Natürlich ist je nach Törn auch so einiges Richtiges dran, dennoch gibt es sehr viel dazwischen und wer sich in ein solches Abenteuer stürzen möchte, sollte ein gutes Gefühl dafür haben, was ihn erwartet. Zum Glück gibt´s ja diesen Blog J und deshalb bringe ich dazu gern etwas Licht ins Dunkel. Denn Yacht Segeln bietet für fast jeden fantastische Highlights aber auch ein paar Herausforderungen. Sonst könnte das ja auch jeder machen ;-).

Yacht Charter Mythos - Lauer Wind und ewiger Sonnenschein
Wie auch sonst im Leben hab ich bei jeder Yacht Charter mal mehr und mal weniger Glück mit dem Wetter. Ich segele natürlich am liebsten wenn die Sonne vom azurblauen Himmel strahlt und gleichzeitig so 4-5 Windstärken ins Tuch pusten. In solchen Momenten kann ich mein Glück kaum fassen und genieße Wasser und Sonne in vollen Zügen. Aber auch Flauten und lange Regengüsse sind durchaus vorkommende Begleiter, die an den Nerven zerren und doch irgendwie ihre ganz eigene Faszination mitbringen. So bietet jede Flaute eine gute Gelegenheit für ein entspanntes Bad auf offener See oder ist nicht selten der richtige Zeitpunkt für eine Delfinsichtung. Auch ein leckerer Snack, ein mitreißendes Gitarrenspiel oder ein ausgedehntes Sonnenbad auf dem Vordeck. Alles prima, so lange die Flaute nach 1-2 Stunden auch wieder endet :-).

 

Regen ist schon schwieriger, denn eigentlich gibt es daran nichts zu mögen. Zum Glück mag ich die kleinen Abenteuer des Lebens und so kann ich dem in Regenwasser getränkten Ölzeug auch etwas abgewinnen. Ich mag es einfach, Wind und Wasser die Stirn zu bieten. Also auch hier alles prima, so lange der Regen nach 1-2 Stunden wieder aufhört J.

Und was, wenn es mal länger regnet oder die Flaute anhält? Dann versuche ich einfach die gute Laune zu behalten und hoffe das Beste für den nächsten Tag. Die Hoffnung stirbt ja zuletzt. Und je besser man auf solche Tage vorbereitet und ausgerüstet ist, desto entspannter kann man damit umgehen. Also statt der dünnen 30 € Regenjacke, empfehle ich dann doch eine ordentliche wasserdichte und atmungsaktive Segeljacke. Und vergesst auch nicht die Sonnenmilch, denn an vielen Tagen passt das Wetter perfekt und es wäre schade, wenn man sie aufgrund eines üblen Sonnenbrandes nicht genießen kann.

Mythos Yachtcharter Segeln bis der Arzt kommt

Yacht Charter Mythos - Segeln bis der Arzt kommt

Wünsche, Erwartungen und Ambitionen wie gesegelt werden soll, können bei jeder Crew sehr unterschiedlich sein. Starker Wind, hoher Seegang oder sehr lange Schläge sind für die einen Fluch und die anderen Segen. Da ist es schon mal von Vorteil, wenn sich die Crew im Vorhinein abgestimmt hat. Wird es jedoch für jemanden der erste Yacht Törn, ist´s schwer die eigenen Wünsche schon vorab zu kennen. Das würde ich dann aber auch klar formulieren und um entsprechende Rücksicht bitten.

 

Ist man sich einig und es soll so richtig gesegelt werden, dann braucht´s nur noch den passenden Wind. Segel setzten, Segel reffen, Segel bergen … hoch am Wind oder vor dem Wind … 6, 7 oder 10 Knoten. Also für mich gibt´s ja nichts Schöneres. Wenn man aber nicht gerade eine Regatta segelt, heißt das nicht, dass man 8 oder 10 Stunden permanent in Action ist. Liegen Kurs und Segel erst einmal richtig an, bleibt zwischen den Manövern oft auch genug Zeit alles voll und ganz zu genießen. Manchmal ist es dann fast schon schade, das am Ruder nur Platz für Einen ist :-). Bei den meisten Crews, die ich bisher erlebt habe, wird dann fleißig durchgewechselt, so dass jeder (wenn gewünscht) einmal die Yacht durchs Wasser segeln kann. Gute Gelegenheit für frische Crews, die wichtigsten Manöver ein paar Mal zu üben, so dass jeder ganz easy lernt, worauf es ankommt.

 

Es gibt aber auch Törns, die eher der Entspannung dienen. Kurze Entfernungen, lange Badestopps oder längere Landgänge können ebenso Spaß machen und sind bei vielen Crews und Familien beliebt. Auch hier wird gesegelt, es ist aber nicht die absolute Hauptsache. So gibt es auch immer wieder Crew-Mitglieder, die Sonne und Meer genießen, jedoch keinen Fuß ans Ruder setzen möchten. Wichtig ist also nur, dass man das Richtige für sich findet und dann in vollen Zügen genießt. Ich wage mich weit vor und sage … Segeln macht jedem Spaß!!

 

Yacht Charter Mythos - Die beste Crew der Welt

Ja, es gibt sie und das macht viel von der Segel-Faszination aus. Es gibt allerdings auch nicht „die eine“ perfekte Crew, sondern es ist bei jeder Yacht Charter immer wieder eine andere, aber ganz besondere Gemeinschaft. Man verbringt schließlich viele Tage gemeinsam auf engem Raum und in einem gemeinsamen Abenteuer - das schweißt zusammen. So entsteht auch ein besonderes Vertrauensverhältnis, denn letztlich ist man zu einem gewissen Grad abhängig voneinander. Der Skipper braucht genauso eine verlässliche Crew, wie die Crew einen kompetenten und erfahrenen Skipper. An dieser Stelle zitiere ich gern aus meine Artikel „Segeln und Segeln Lassen" - Ein Kommentar zu Uwe Janßens Artikel im Yacht Magazin/8 2013. … „Alles entwickelt sich doch während eines solche Törns von „Meinem Urlaub“ zu „Unserem Urlaub“, ohne dass man es wirklich merkt“. So gewinnt man durchaus Freunde für´s Leben.

 

Natürlich kann es auch einmal nicht so rund laufen. Wenn die Zusammensetzung nicht passt oder die Interessen zu verschieden sind. Dann halte ich es wie viele Segler, entweder entspannt bleiben und das Beste daraus machen oder bei größeren Konflikten aktiv das Gespräch suchen. Schwelende Konflikte sind leider wie überall im Leben: Gift. Deshalb schnell klären. Aber so etwas ist nach meiner Erfahrung wirklich die große Ausnahme. Habt einfach richtig viel Spaß zusammen.

 

Yacht Charter Mythos Wie man sich bettet

Yacht Charter Mythos - Wie man sich bettet, so wohnt man
Sofern man nicht gerade eine Crewed-Luxus-Charter genießt, ist so eine Yacht nun wirklich nicht gerade ein 5-Sterne Hotel. Wer das sucht, muss anderswo Urlaub machen. Hier sind Kojen und Salon sehr rationell ausgerichtet und nicht für ausschweifende Indoor-Aktivitäten gedacht. Deshalb beschreibe ich es oft als Camping auf dem Wasser … aber durchaus Camping für Fortgeschrittene :-). Es gibt Kojen mit richtigen Matrazen, bequeme Sitzgruppen mit Pantry für geselliges Kochen, Schränke zum Verstauen (manchmal sogar mit Weinkeller in der Bilge) und Dusche und Toilette direkt an Bord. Ganz zu schweigen von Kühlschrank, Musikanlage und elektrischem Strom.

 

Was dann aber doch dem Camping ähnelt sind die dünnen Wände, die „hörbare“ Nähe zur Natur und eine gewisse Enge, die einen häufigen Outdoor-Aufenthalt zwangsläufig machen. Aber ich mag das nicht nur, ich liebe genau diese Mischung. Einmal raus aus der heimischen Comfort-Zone und hinein ins Abenteuer. Für alle Törn-Neulinge empfehle ich dennoch eine Packung Oropax mit ins Reisegepäck zu nehmen, denn die meisten müssen sich erst einmal an die Geräuschvielfalt, gerade in der Nacht, gewöhnen und so schläft es sich entspannter. Und ist man gerade nicht mit Freunden unterwegs, sondern auf Kojencharter, dann kann man sich seinen Kojenpartner oft nicht aussuchen. Klar gibt es in einigen Schiffen auch Stockbetten, zumeist teilt man jedoch eine Doppelkoje und diese sind dann nicht gerade 2,20 Meter breit. Eine gewisse Nähe muss man also ab können. Einmal in den Schlafsack eingekuschelt, ist das für mich aber nie ein Problem gewesen. Als Frau hab ich allerdings auch häufiger Glück und darf in eine Einzelkabine. Dafür koche und spüle ich dann auch gern einmal mehr. Kleiner Tipp für Frauen, das kann man bei der Kojenverteilung gern einmal in die Verhandlungsmasse einbringen ;-).

 

Das Beste hab ich mir jedoch für den Schluss aufgehoben, denn diese kleinen Kojen sorgen dafür , dass nur selten jemand für länger in seiner Schlafkammer verschwindet. Die meiste Zeit verbringt man zusammen. Da wird, gequatscht, gekocht oder auch gesungen. Wenn dann noch jemand seine Gitarre mit dabei hat – einfach großartig. Meine Lieblingsdisziplin am Abend sind allerdings Gesellschaftsspiele. Am liebsten sind mir die, die wirklich alle gemeinsam spielen können und auch noch dann, wenn die Nachbar-Crew zu Besuch kommt. Gerade habe ich mir überlegt, in einem meiner nächsten Blog-Beiträge meine Lieblingsspiele für jede Yacht Charter vorzustellen.

 

Bis dahin wünsche ich euch eine schöne Zeit und hoffe, den ein oder anderen auf dem Wasser vielleicht einmal zu begegnen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Gabriel Waid (Donnerstag, 02 Februar 2017 00:31)


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